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Was ihr wollt

Shakespeare, William, 1564-1616

German



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Below is a summary of Was ihr wollt






Was ihr wollt.

William Shakespeare

Ein Lustspiel.

Uebersetzt von Christoph Martin Wieland


Personen.

Orsino, Herzog von Illyrien.
Sebastiano, ein junger Edelmann, Bruder der Viola.
Antonio, ein Schiff-Capitain.
Valentin und Curio, Hofleute des Orsino.
Sir Tobias Ruelps, Olivia's Oheim.
Sir Andreas Fieberwange, sein Zechbruder.
Ein Schiffhauptmann, Viola's Freund.
Fabian, Diener der Olivia.
Malvolio, ihr Hausmeister.
Hans Wurst.
Olivia, eine Dame von grosser Schoenheit, Stand und Reichthum, in
die Orsino verliebt ist.
Viola, in den Herzog verliebt.
Maria, Olivia's Kammer-Jungfer.

Ein Priester, Matrosen, Offizianten und andre stumme Personen.

Die Scene, eine Stadt an der Kueste von Illyrien.




Erster Aufzug.



Erste Scene.
(Der Pallast.)
(Der Herzog, Curio, und etliche Herren vom Hofe treten auf.)


Herzog.
Wenn Musik die Nahrung der Liebe ist, so spielt fort; stopft mich
voll damit, ob vielleicht meine Liebe von Ueberfuellung krank werden,
und so sterben mag--Dieses (Passage) noch einmal;--es hat einen so
sterbenden Fall: O, es schluepfte ueber mein Ohr hin, wie ein sanfter
Suedwind, der Gerueche gebend und stehlend ueber ein Violen-Bette
hinsaeuselt.--Genug! nichts mehr! Es ist nicht mehr so anmuthig, als
es vorhin war. O Geist der Liebe, wie sprudelnd und launisch bist
du! weit und unersaettlich wie die See, aber auch darinn ihr aehnlich,
dass nichts da hineinkoemmt, von so hohem Werth es auch immer sey,
das nicht in einer Minute von seinem Werth herab und zu Boden sinke
--

Curio.
Wollt ihr jagen gehen, Gnaedigster Herr?

Herzog.
Was?

Curio.
Den Hirsch.

Herzog.
--Wie? das waere das edelste was ich habe: O, wie ich Olivia zum
erstenmal sah, daeuchte mich, sie reinigte die Luft von einem
giftigen Nebel; von diesem Augenblik an ward' ich in einen Hirsch
verwandelt, und meine Begierden, gleich wilden, hungrigen Hunden,
verfolgen mich seither--

(Valentin tritt auf.)

Nun, was fuer eine Zeitung bringt ihr mir von ihr?

Valentin.
Gnaedigster Herr, ich wurde nicht vorgelassen; alles was ich statt
einer Antwort erhalten konnte, war, dass ihr Kammer-Maedchen mir
sagte, die Luft selbst sollte in den naechsten sieben Jahren ihr
Gesicht nicht bloss zu sehen kriegen; sondern gleich einer Kloster-
Frau will sie in einem Schleyer herum gehen, und alle Tage ein mal
ihr Zimmer rund herum mit Thraenen begiessen: Alles diss aus Liebe zu
einem verstorbenen Bruder, dessen Andenken sie immer frisch und
lebendig in ihrem Herzen erhalten will.

Herzog.
O, Sie, die ein so fuehlendes Herz hat, dass sie einen Bruder so sehr
zu lieben faehig ist; wie wird sie lieben, wenn Amors goldner Pfeil
die ganze Heerde aller andern Zuneigungen, ausser einer einzigen,
in ihrer Brust getoedtet hat? Wenn Leber, Gehirn und Herz, drey
unumschraenkte Thronen, alle von Einem (o entzuekende Vorstellung)
von Einem und demselben Koenig besezt und ausgefuellt sind! Folget
mir in den Garten--Verliebte Gedanken ligen nirgends schoener, als
unter einem gruenen Thron-Himmel, auf Polstern von Blumen.


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