Einige Gedichte
Schiller, Johann Christoph Friedrich von, 1759-1805
German
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Einige Gedichte
Friedrich von Schiller
Inhalt:
Abschied vom Leser
Amalia
An den Fruehling
An die Astronomen
An einen Moralisten
Bittschrift
Das Geheimnis
Das Glueck der Weisheit
Das Lied von der Glocke
Das Maedchen aus der Fremde
Das Maedchen von Orleans
Das Spiel des Lebens
Das verschleierte Bild zu Sais
Der Abend
Die Antiken zu Paris
Die schoenste Erscheinung
Die Weltweisen
Epigramme Friedrich Schiller
Forum des Weibes
Odysseus
Sehnsucht
Spinoza
Thekla
Triumph der Liebe
Weibliches Urteil
Winternacht
Zum Geburtstag der Frau Griesbach
Abschied vom Leser
Die Muse schweigt. Mit jungfraeulichen Wangen,
Erroeten im verschaemten Angesicht,
Tritt sie vor dich, ihr Urteil zu empfangen;
Sie achtet es, doch fuerchtet sie es nicht.
Des guten Beifall wuenscht sie zu erlangen,
Den Wahrheit ruehrt, den Flimmer nicht besticht;
Nur wem ein Herz, empfaenglich fuer das Schoene,
Im Busen schlaegt, ist wert, dass er sie kroene.
Nicht laenger wollen diese Lieder leben,
Als bis ihr Klang ein fuehlend Herz erfreut,
Mit schoenern Phantasien es umgeben,
Zu hoeheren Gefuehlen es geweiht;
Zur fernen Nachwelt wollen sie nicht schweben,
Sie toenten, sie verhallen in der Zeit.
Des Augenblickes Lust hat sie geboren,
Sie fliehen fort im leichten Tanz der Horen.
Der Lenz erwacht, auf den erwaermten Triften
Schiesst frohes Leben jugendlich hervor,
Die Staude wuerzt die Luft mit Nektardueften,
Den Himmel fuellt ein muntrer Saengerchor.
Und jung und alt ergeht sich in den Lueften
Und freuet sich und schwelgt mit Aug und Ohr.
Der Lenz entflieht! Die Blume schiesst in Samen,
Und keine bleibt von allen, welche kamen.
Amalia
Schoen wie Engel voll Walhallas Wonne,
Schoen vor allen Juenglingen war er,
Himmlisch mild sein Blick, wie Maiensonne,
Rueckgestrahlt vom blauen Spiegelmeer.
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