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Oden

Lessing, Gotthold Ephraim, 1729-1781

German



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Below is a summary of Oden






Oden

Gotthold Ephraim Lessing



alphabetisch nach Titeln sortiert

Abschied eines Freundes
An Herr Gleim
An den Herrn N**
An seinen Bruder
Auf eine vornehme Vermaehlung
Der 24ste Jenner in Berlin
Der Eintritt des 1752sten Jahres
Der Eintritt des Jahres 1753 in Berlin
Der Eintritt des Jahres 1754 in Berlin
Der Eintritt des Jahres 1755 in Berlin
Der Tod eines Freundes
Ode auf den Tod des Marschalls von Schwerin, an den H. von Kleist
Orpheus
[Uebersetzung der Ode des Horaz "Ad Barinen"]
[An Maecen]
[Bruchstueck einer Ode auf den Tod eines Freundes]



Abschied eines Freundes

Schon hast du, Freund, der letzten letzte Kuesse
Auf nasse Wangen uns gedrueckt;
Schon schon, beim Zaudern unentschlossner Fuesse,
Den schnellen Geist vorweg geschickt.

Fuer uns dahin! Doch nein, dem Arm entfuehret,
Wirst du dem Herzen nicht entfuehrt.
Dies Herz, o Freund, einmal von dir geruehret,
Bleibt ewig, trau! von dir geruehrt.

Erwarte nicht ein taeuschend Wortgepraenge,
Fuer unsre Freundschaft viel zu klein.
Empfindung hasst der Reime kalte Menge,
Und wuenscht unausposaunt zu sein.

Ein feuchter Blick sind ihre Zaubertoene;
Ein schlagend Herz ihr ruehrend Lied.
Sie schweigt beredt, sie stockt, sie stammelt schoene,
Ums staerkre Wort umsonst bemueht.

Es winken dir beneidenswerte Fluren,
Nur unsers Neides minder wert.
Zieh hin! und find auch da der Vorsicht goldne Spuren,
Um dich besorgt, von dir verehrt.

Dort* herrscht die Ruh, dort ist der Laerm vergangen,
Der hier** noch Musen stoeren darf,
Seit Pallas gern, auf Friederichs Verlangen,
Die spitze Lanze von sich warf.

* Halle.

** Wittenberg.



An Herr Gleim

Umsonst rUestet Kalliope den Geist ihres Lieblings zu hohen Liedern;
zu Liedern von Gefahren und Tod und heldenmuetigem Schweisse.

Umsonst; wenn das Geschick dem Lieblinge den Held versagt, und beide
in verschiednen Jahrhunderten, oder veruneinigten LAendern geboren
werden.

Mit Dir, Gleim, ward es so nicht! Dir fehlt weder die Gabe den
Helden zu singen, noch der Held. Der Held ist Dein KOenig!

Zwar sang Deine frohe Jugend, bekraenzt vom rosenwangigten Bacchus,
nur von feindlichen Maedchen, nur vom streitbaren Kelchglas.

Doch bist Du auch nicht fremd im Lager, nicht fremd vor den
feindlichen Waellen und unter brausenden Rossen.

Was haelt Dich noch? Singe ihn, Deinen Koenig! Deinen tapfern, doch
menschlichen; Deinen schlauen, doch edeldenkenden Friedrich!

Singe ihn, an der Spitze seines Heers; an der Spitze ihm aehnlicher
Helden; soweit Helden den Goettern aehnlich sein koennen.

Singe ihn, im Dampfe der Schlacht; wo er, gleich der Sonne unter den
Wolken, seinen Glanz, aber nicht seinen Einfluss verlieret.

Singe ihn, im Kranze des Siegs; tiefsinnig auf dem Schlachtfelde, mit
traenendem Auge unter den Leichnamen seiner verewigten Gefaehrten.


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