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Märchen und Sagen

Arndt, Ernst Moritz, 1769-1860

German



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Below is a summary of Märchen und Sagen







Maerchen und Sagen

Ernst Moritz Arndt

Inhalt: alphabetisch nach Titeln

Das brennende Geld
De Blagfoot
De Bruegg bi Slemmin
De Koeninge van den Deerden
De Prester un de Duewel
De Raw de Ringdeef
De Wewer un de Steen
De krassende Hahn
De witte Fru to Loebnitz
Der Rabenstein
Der Schlangenkoenig
Der Wiedehopf
Der Wolf und die Nachtigall
Der grosse Jochen
Die Unterirdischen in den Neun Bergen bei Rambin
Die alte Burg bei Loebnitz
Dom buest du da?
Geschichte von den sieben bunten Maeusen
Halt den Mittelweg!
Ick buen de Ridder Unvoerzagt und sla der Saewen mit eenem Slag
Kater Martinchen
Klas Avenstaken
Prinzessin Svanvithe
Rattenkoenig Birlibi
Rotkehlchen und Kohlmeischen
Schipper Gau un sin Puk
Thrin Wulfen



Das brennende Geld


Drei Bauern kamen eine Herbstnacht oder vielmehr frueh, als es mehr
gegen den Morgen ging, von einer Hochzeit aus dem Kirchdorf Lancken
geritten. Sie waren Nachbarn, die in einem Dorfe wohnten, und ritten
des Weges miteinander nach Hause. Als sie nun aus einem Walde kamen,
sahen sie an einem kleinen Busche auf dem Felde ein grosses Feuer, das
bald wie ein gluehender Herd voll Kohlen glimmte, bald wieder in
hellen Flammen aufloderte. Sie hielten still und verwunderten sich,
was das sein moege, und meinten endlich, es seien wohl Hirten und
Schaefer, die es gegen die Nachtkaelte angezuendet haetten. Da fiel
ihnen aber wieder ein, dass es am Schlusse Novembers war, und dass in
dieser Jahreszeit keine Hirten und Schaefer im Felde zu sein pflegen.
Da sprach der juengste von den dreien, ein frecher Gesell: "Nachbarn,
hoert! Da brennt unser Glueck! Und seid still und lasset uns
hinreiten und jeden seine Taschen mit Kohlen fuellen; dann haben wir
fuer all unser Leben genug und koennen den Grafen fragen, was er fuer
sein Schloss haben will." Der aelteste aber sprach: "Behuete Gott, dass
ich in dieser spaeten Zeit aus dem Wege reiten sollte! Ich kenne den
Reiter zu gut, der da ruft: Hoho! Hallo! Halt den Mittelweg!" Der
zweite hatte auch keine Lust. Der juengste aber ritt hin, und was
sein Pferd auch schnob und sich wehrte und baeumte, er brachte es an
das Feuer, sprang ab und fuellte sich die Taschen mit Kohlen. Die
andern beiden hatte die Angst ergriffen, und sie waren im sausenden
Galopp davongejagt, und er liess sie auch ausreissen und holte sie
dicht vor Vilmnitz wieder ein. Sie ritten nun noch ein Stuendchen
miteinander und kamen schweigend in ihrem Dorfe an, und keiner konnte
ein Wort sprechen. Die Pferde waren aber schneeweiss von Schaum, so
hatten sie sich abgelaufen und abgeaengstigt. Dem Bauer war auch
ungefaehr so zumute gewesen, als habe der Feind ihn schon beim Schopf
erfasst gehabt. Es brach der helle, lichte Morgen an, als sie zu
Hause kamen. Sie wollten nun sehen, was jener gefangen habe, denn
seine Taschen hingen ihm schwer genug hinab, so schwer, als seien sie
voll der gewichtigsten Dukaten. Er langte hinein, aber au weh! er
brachte nichts als tote Maeuse an den Tag. Die andern beiden Bauern
lachten und sprachen: "Da hast du deine ganze Teufelsbescherung! Die
war der Angst wahrhaftig nicht wert!" Vor den Maeusen aber schauderten
sie zusammen, versprachen ihrem Gesellen jedoch, keinem Menschen ein
Sterbenswort von dem Abenteuer zu sagen.

Man haette denken sollen, dieser Bauer mit den toten Maeusen habe nun
fuer immer genug gehabt; aber er hat noch weiter gegruebelt ueber den
Haufen brennender Kohlen und bei sich gesprochen: "Haettest du nur ein
paar Koernlein Salz in der Tasche gehabt und geschwind auf die Kohlen
streuen koennen, so haette der Schatz wohl oben bleiben muessen und
nicht weggleiten koennen." Und er hat die naechste Nacht wieder
ausreiten muessen mit grossem Schauder und Grauen, aber er hat es doch
nicht lassen koennen; denn die Begier nach Geld war maechtiger als die
Furcht. Und er hat es wieder brennen sehen genau an der gestrigen
Stelle; bei Tage aber war da nichts zu sehen, sondern sie war
grasgruen. Und er ist hingeritten und hat das Salz hineingestreuet
und seine Taschen voll Kohlen gerafft, und so ist er im sausenden
Galopp nach Hause gejagt und hat sich gehuetet, dass er einen Laut von
sich gegeben noch jemand begegnet ist; denn dann ist es nicht richtig.
Aber er hat doch nichts als Kohlen in der Tasche gehabt und ein
paar Schillinge, die von den Kohlen geschwaerzt waren. Da hat er sich
koeniglich gefreut, als sei dies der Anfang des Glueckes und das

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